Prüfkammeruntersuchungen/Thermoextraktion |
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Immer mehr Hersteller lassen ihre Produkte in Prüfkammern auf die Emission von
flüchtigen organischen Verbindungen hin untersuchen. Für viele Produktgruppen gibt es
bereits Klassifizierungssysteme und standardisierte Prüfverfahren.
Darüber hinaus haben sich Prüfkammer- bzw. Prüfzellenuntersuchungen auch als ein wichtiges Instrument bei der Quellensuche in Zusammenhang mit Schadstoffbelastungen in Raumluft bewährt. Hierbei können einzelne Materialien oder auch mehrschichtige Boden- und Wandaufbauten untersucht werden. AgBB-Bewertungsschema für VOC aus BauproduktenBauprodukte müssen auf gesundheitliche Risiken von Inhaltsstoffen, die sie in den Innenraum abgeben könnten, bewertet werden. So schreibt es das Bauproduktengesetz vor. Der Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten (AgBB) hat im Jahr 2002 ein Bewertungsschema veröffentlicht, durch welches die Abgabe von flüchtigen und schwerflüchtigen organischen Stoffen geprüft und bewertet werden kann. Zentrales Prüfmittel ist eine Prüfkammeruntersuchung der Bauprodukte. Das Bewertungsschema wurde in einer Einführungsphase bis Mitte 2004 getestet. Das Schema ist seit August 2004 Grundlage für die gesundheitliche Bewertung bei Zulassungen von Bauprodukten durch das Deutsche Institut für Bautechnik. ALAB hat an Ringversuchen im Rahmen der AgBB-Einführungsphase teilgenommen und ist daher in der Lage, qualitätsgeprüfte Prüfkammeruntersuchungen gemäß dem AgBB-Bewertungsschema anzubieten. Prüfverfahren nach RAL-UZ (Umweltzeichen "Blauer Engel")Das Umweltbundesamt hat für eine Vielzahl von Produktgruppen Vergabegrundlagen
erstellt, bei deren Erfüllung einzelne Produkte das Umweltzeichen
"Blauer Engel" verliehen bekommen können.
Prüfverfahren nach GEVDie "Gemeinschaft emissionskontrollierter Verlegewerkstoffe e.V" (GEV) hat für die Produktgruppen dünnflüssige Verlegewerkstoffe (z.B. Grundierungen), pulverförmige Verlegewerkstoffe (z.B. Spachtelmassen), pastöse Verlegewerkstoffe (z.B. Bodenbelagsklebstoffe) sowie sonstige Verlegewerkstoffe (z.B. Unterlagen, Dämmstoffe) das Prüfzeichen "EMICODE" entwickelt. Dazu wird das Emissionsverhalten der Verlegewerkstoffe nach definierter Lagerung in einer Prüfkammer ermittelt. ALAB hat an den entsprechenden GEV-Ringversuchen teilgenommen und ist daher in der Lage, qualitätsgeprüfte Prüfkammeruntersuchungen nach GEV-EMICODE anzubieten. natureplus®Für Baustoffe, die zu mindestens 85% aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen, gibt es seit einigen Jahren das Qualitätszeichen "natureplus". Für die Zeichenvergabe ist u.a. eine Prüfkammeruntersuchung durch ein von natureplus zugelassenes Labor vorgeschrieben. Oberflächen-Emissionsmesszelle (FLEC®)Oberflächen-Emissionsmesszellen werden direkt auf den Prüfling aufgesetzt. Eine
elastische Dichtung schließt die nur etwa 30 cm3 fassende Kammer zur
Umgebung ab. Die Kammer wird mit gereinigter und befeuchteter Luft durchspült.
Probenoberfläche, Kammervolumen und Luftwechsel werden so abgestimmt, dass eine
Raumbeladung von 1m2 Probenbeladung/m3 simuliert wird. Daher
sind die Untersuchungsergebnisse vergleichbar mit den Ergebnissen von
Prüfkammeruntersuchungen.
Oberflächen-Emissionsmesszellen haben den Vorteil der zerstörungsfreien Prüfung und des geringeren Aufwandes gegenüber einer großen Prüfkammer. So können z.B. Emissionen aus Bodenbelägen bzw. kompletten Bodenaufbauten direkt vor Ort gemessen werden. Allerdings kann eine Oberflächen-Emissionsmesszelle nur auf glatten Flächen eingesetzt werden, da z.B. auf Teppichboden keine ausreichende Abdichtung der Kammer möglich ist. Mit Hilfe eines speziellen Adapters können zwar auch Teppichböden untersucht werden, jedoch muss dafür eine Probe entnommen werden und der Vorteil der zerstörungsfreien Prüfung ist dahin. ALAB verfügt über eine Oberflächen-Emissionsmesszelle und bietet entsprechende Untersuchungen an. Dynamische Headspace-UntersuchungenMaterialproben werden in Glasgefäßen in der Regel zwei Stunden lang auf 60°C
erwärmt. In dieser Zeit wird gereinigte Luft über die Probe gezogen und die
ausgasenden Substanzen auf den jeweiligen Adsorbentien (Aktivkohle, Anasorb747, DNPH
oder Tenax TA) aufgefangen. Die Auswertung geschieht entsprechend den
Luftproben. VDA-Empfehlung 278Lange bevor in Wohnungen und Büros die ersten Fälle von Fogging auftraten, machten
viele Käufer fabrikneuer Autos Bekanntschaft mit diesem unangenehmen Phänomen.
Fettig-schmierige Beläge auf der Frontscheibe und ein vor allem bei Sonneneinstrahlung
intensiver Geruch nach Chemie, dazu Schleimhautreizungen, Kopfschmerzen und
allergische Reaktionen sorgten zunehmen für Reklamationen der Kundschaft. Als Ursache
dieser Beschwerden wurden u.a. Weichmacher, Flammschutzmittel und Lösemittel
ausgemacht. Sie entweichen vor allem bei hohen Temperaturen - im Sommer kann die
Temperatur im Auto bis zu 90°C erreichen - aus Armaturenbrettern, Hutablagen,
Türverkleidungen, Sitzen und Fußbodenbelägen. Im Durchschnitt fast 100 Kilogramm
Kunststoffe, viele davon angereichert mit unterschiedlichsten Additiven, sind in einem
modernen Auto verbaut. |

